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Der Rhein
2006 | ZDF, 45 Minuten


Rhenus horridus hatten die Rmer den Rhein einst genannt. Sie vermuteten an seinen Ufern das Unwesen der Barbarei. Doch nicht allein die Rmer frchteten ihn, den schauerlichen Rhein. Bedrohlich war der Fluss fr seine Anlieger schon immer, so reichlich er ihnen auch Lebensraum und Nahrung gab. Bedrohlich wegen der unberechenbaren Hochwasser und Eisgnge und wegen der feuchten Auen, die im Sommer ber weite Strecken zur Brutsttte der Malaria werden konnten.

Der Willkr des Rheins tritt am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts der badische Ingenieur Johann Gottfried Tulla entschlossen entgegen. Er will die Kilometer weit verzweigten Flussarme des Oberrheins ein Labyrinth aus Tausenden Inseln, Sandbnken und gefhrlichen Riffen in einer einzigen Stromlinie bndeln, den Strom berechenbarer, sicherer machen. Ein khner Visionr. Er will die Anlieger vom Diktat des Rheins befreien.



Kamera: Riccardo Brunner, Niko Stein
Schnitt: Jrg Schmmel
Redaktion: Hans Helmut Hillrichs


Der vierte Teil der Stromlinien der Geschichte konzentriert sich auf die spannenden Entwicklungen am Rhein whrend der zurckliegenden zwei Jahrhunderte. Er macht die einzigartige Ingenieursleistung des 19. Jahrhunderts begreifbar, den Umbau der wilden Stromlandschaft zum weitgehend beherrschbaren Wasserweg. Er erzhlt von der Entdeckung des romantischen Mittelrheins, vom aufkommenden Rheintourismus um Flusskilometer 555 die Loreley. Er folgt dem faszinierenden Aufstieg des Rheins zum europischen Wirtschafts- und Industriestandort, zur bedeutendsten - und der am besten erforschten Wasserstrae des Kontinents.

Zugleich fhrt er in Zeiten politischer Krisen und Kriege zurck. Es waren zweihundert Jahre, in denen um den Strom der Strme mit nationalistischem Gedankengut berfrachtet als Grenze zwischen Deutschland und Frankreich erbittert gekmpft und gerungen wurde. In denen seine Anlieger erst Erbfeinde waren und schlielich vom Gedanken an ein vereintes Europa beseelt begannen sie, im Rhein das Herzstck europischer Kooperation zu sehen.
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