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Die Algenbäuerinnen von Sansibar
2012 | ARTE WunderWelten, 45 Minuten, HD


Die Inselgruppe Sansibar vor der Festlandküste Tansanias ist ein tropisches Naturparadies. Aber das Leben der Bevölkerung ist von paradiesischen Zuständen weit entfernt. Im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit sind die größten Hoffnungen heute mit zwei für Sansibar noch jungen Wirtschaftszweigen verknüpft: mit dem Tourismus und mit der Algenzucht.

Jeden Tag gehen die Frauen von Paje und Kidoti hinaus in den Indischen Ozean. Sie bestellen ihre Felder und bringen die Ernte ein, bevor die Flut die Gezeitenzone wieder mehrere Meter unter Wasser setzt. Der Anbau von Rotalgen ist die Lebensgrundlage der Algenbäuerinnen von Sansibar, ein zeitaufwendiges, schlecht bezahltes Geschäft. Trotzdem war seine Einführung eine kleine Revolution.



Buch und Regie: Sylvia Strasser
Kamera: Mark Falk
Schnitt: Eva Voosen
Redaktion: Marita Hübinger


Zum ersten Mal verdienen auch Frauen in den traditionell armen Küstenregionen regelmäßig Geld. Zum ersten Mal tragen sie selbst zum Unterhalt der Großfamilien bei. Mit dem Lebensstandard wachsen das Selbstbewusstsein und die soziale Anerkennung der Frauen, in den muslimischen Dorfgemeinschaften ein wichtiger Schritt zu mehr Unabhängigkeit.

Dr. Flower Msuya ist Meeresbiologin und Expertin für Großalgen. Mit ihren Kollegen vom Institut für Meereskunde an der Universität von Dar Es Salaam sorgt sie dafür, dass die einheimische Algenzucht auf wissenschaftlich fundierten Beinen steht. Welche Umweltfaktoren tragen zum Wachstum der Rotalgen bei? Ist die Gezeitenzone für den Anbau der richtige Ort? Oft unterbricht die Wissenschaftlerin ihre Forschungstätigkeit in Sansibar-Stadt, um die Algenbäuerinnen mit praktischen Ratschlägen zu unterstützen. Die Frauen sind gern mit Flower Msuya unterwegs, weil sie deren Sorgen und Nöte versteht und ihre Erfahrungen, ihr umfassendes Wissen mit ihnen teilt. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Algenbäuerinnen, den Meeresforschern, dem Exporthandel und der Regierung Sansibars hat sich bewährt. Überall dort, wo Landwirtschaft nicht rentabel ist, haben die Frauen ihre Felder in die Gezeitenzone und jüngst sogar ins tiefere Wasser verlegt. Inzwischen bauen fast 10.000 Frauen Rotalgen an und es werden immer mehr.

Seit Sommer 2008 treibt Flower Msuya mit den Algenbäuerinnen ein weiteres ehrgeiziges Zukunftsprojekt voran. Die Frauen sollen nicht mehr ausschließlich vom internationalen Rohstoffmarkt und seinen wechselhaften Preisen abhängig sein. Ihre Arbeit gewinnt an Wert, wenn es ihnen gelingt, die Meerespflanzen und deren Reichtum an vielfältigen Wirkstoffen selbst weiterzuverarbeiten. Deshalb stellen sie aus den Algen Seifen, Körperlotionen und andere Naturprodukte her. Ein Experiment, ein gemeinsamer Lernprozess, bei dem auch die Algenexpertin immer wieder Neuland betritt.

An den Küsten Sansibars stellen die Algenbäuerinnen inzwischen eindrucksvoll unter Beweis, dass sich auch mit einfachen Mitteln erstaunlich viel bewegen lässt. Mit dem Anbau und der Weiterverarbeitung der Algen vor Ort nimmt der Traum von einer besseren Zukunft bereits konkrete Formen an, Hand in Hand mit der Natur. Entstanden ist ein neuer Wirtschaftszweig, der nicht nur das persönliche Leben der Frauen verändert hat. Die gesamte Inselwelt profitiert davon.
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