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Aus Liebe zum Kino
Aus Liebe zum Kino
1988 | SDR, 45 Minuten


Leo Hiemer, Klaus Gietinger



Hommage an das Kino auf dem Land: Dreharbeiten der Westallguer Filmproduktion (WAF)

Heimat gibt es nicht nur im Hunsrck von Edgar Reitz. Auch das Allgu kann Heimat sein. Dass der Begriff keineswegs behbige Gemtlichkeit oder eine bruchlos harmonische Idylle bedeuten muss, zeigen die Filme der Westallguer Filmproduktion, kurz WAF genannt. Seit zehn Jahren haben sich Klaus Gietinger, Leo Hiemer, Fritz Gnther und Georg Veit zusammen getan. Immer wieder ist das Land zwischen Lech, Bodensee und Alpen Kulisse und Thema zugleich. Die WAF bleibt bestndig: von den ersten Super-Acht-Filmen bis zum 35-Millimeter-Kinoformat.

Mit Daheim sterben die Leut, einer humorvollen Satire aus Allguer Bauern- und Amtsstuben, haben die vier von der WAF berzeugend demonstriert: Regionales Dialekt-Kino kann auch ber die Region hinaus auf Interesse stoen.



Film von Sylvia Stasser
und Wolfgang Wrker
Kamera: Hans Hager
Schnitt: Judith Futar-Klahn
Redaktion: Rainer Wagner


Vorausgesetzt, man hat sich aufmerksame und kritische Augen fr seine alltgliche Umgebung bewahrt. Jung und Alt, mehr als zwanzigtausend Zuschauer, kamen, um Daheim sterben die Leut zu sehen. In Tbingen, Lindenberg genauso wie in den deutschen Grostdten Mnchen oder Berlin.

Wer ist die Westallguer Filmproduktion? Wo, vor allem wie arbeiten Menschen zusammen, fr die Liebe zum Kino gemeinsames Motto und Aufforderung zur Tat ist? Fr die das wirkliche Leben im Allgu mehr zhlt als dessen touristische Sonnenseiten? Drei Wochen lang blieben wir der WAF auf den Fersen. Wir beobachteten sie bei der Arbeit an Made in West-Germany, ihrem jngsten Kinofilm, im eigens fr die Dreharbeiten eingerichteten Studio im kleinen Ort Seltmans und auch in der kurzen, drehfreien Zeit.

Wieder wird Geschichte, werden Geschichten aus dem eigenen Lebenszusammenhang in der Mundart der Gegend in Szene gesetzt. Wieder arbeitet die WAF mit Statisten, Laiendarstellern aus dem Allguer Raum. Zum ersten Mal sind jedoch renommierte Schauspieler wie Gottfried John und Edgar Selge dabei. Zum ersten Mal wird mit immerhin mehr als zwei Millionen Mark produziert. Nachkriegszeit, fnfziger Jahre im Allgu. Es geht ums Kino, seinen Aufstieg und schnellen Niedergang. Es geht um Filminhalte, die sich mit den Zeiten ndern, um Angepasste, Querkpfe und eine Vergangenheit, die nicht so leicht vergessen werden kann.
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